Hajek, Otto Herbert

WERKBESCHREIBUNG OTTO HERBERT HAJEK

SCHWERPUNKTE | MEDIEN

Bildhauerei | Malerei | Grafik
STIL

Frühwerk figurativ | abstrahiert-gegenständlich | abstrakt | informell | konkrete Kunst
THEMEN | MOTIVE | WERKE

Raumknoten | Raumschichtungen | Öffnung des Volumens | farbige Skulpturen und Objekte | monumentalen Stadtzeichen | Farbwege | Wegzeichen | Architektur- und Platzgestaltungen

 

Das Werk von Otto Herbert Hajek lässt sich in drei wesentliche Entwicklungsphasen unterteilen, die den Weg von der klassischen Skulptur hin zur großräumigen Gestaltung des urbanen Raums markieren:
Frühe Phase: Raumknoten und Raumschichtungen (Ende 1950er Jahre)
In dieser dem Informel nahestehenden Phase schuf Hajek komplexe, meist aus Bronze gegossene Strukturen.
Merkmale: Die Oberflächen sind stark zerklüftet, amorph und unregelmäßig.
Konzept: Durch gitterartige Durchbrüche und Schichtungen wird der Raum in die Skulptur einbezogen. Die Plastik ist nicht mehr nur ein fester Kern, sondern ein rhythmisches Geflecht, das mit seinem Umfeld korrespondiert.
Mittlere Phase: Farbwege und Signalwirkung (ab 1960er Jahre)
Hajek begann, seine Skulpturen farbig zu fassen und glattere Materialien wie Holz, Stahl oder Beton zu verwenden.
Farbwege: Markante Farbbahnen (oft in den Grundfarben Rot, Gelb, Blau) fungieren als Leitsysteme für das Auge und verbinden das Kunstwerk direkt mit dem architektonischen Raum.
Geometrisierung: Die Formen wurden strenger und nahmen einen signalhaften, fast piktogramm-artigen Charakter an.
Späte Phase: Stadtikonographie (ab den 1970er Jahren)
Das zentrale Spätwerk ist die „Stadtikonographie“, bei der Hajek ganze Plätze oder Gebäudekomplexe als begehbare Gesamtkunstwerke gestaltete.
Ziel: Die Humanisierung des öffentlichen Raums. Kunst sollte nicht nur Dekoration sein, sondern als Orientierungspunkt und Kommunikationsraum dienen.
Umsetzung: Großplastiken (Stadtzeichen), Bodenmarkierungen und farbige Fassadengestaltungen verschmelzen zu einer Einheit, die den Passanten zur Bewegung und Interaktion auffordert.
Zusammenfassend wandelte sich Hajeks Stil von der plastischen Durchdringung des Raums (Bronze) zur optischen Gliederung durch Farbe und Geometrie, um schließlich die soziale Funktion von Kunst in der Stadtplanung zu betonen.

 

ÖFFENTLICHE ARBEITEN

Zahlreiche Stahlskulpturen in Stuttgart
1962 – 1964 Frankfurter Frühling | Begehbare Plastik mit Farbwegen, sechs Modellierbetonplastiken und reliefiertem Boden  im Auftrag der Stadt Frankfurt/Main für die Heinrich-Kleyer-Schule konzipiert | präsentiert auf der documenta III in Kassel
1962 Großes Raumrelief Waldfriedhof Stuttgart
Kreuzweg an der Kirche Maria Regina Martyrum | Berlin-Charlottenburg
Mineralbad Leuze | Stuttgart
Hajek-Brunnen auf dem Synagogenplatz |  Mülheim an der Ruhr

1973 – 1977 umfangreichstes städtebauliche Gesamtkonzept im australischen Adelaide | Neugestaltung einer zwei Hektar großen Fläche

1974 – 2002 Stadtzeichen Stuttgart 69/74  Kleiner Schlossplatz

1977 – 1978 Neues Universitätszeichen der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
1987 Raumzeichen | ZDF-Sendezentrum Mainz
Kreuzweg in der Gedenkstätte Plötzensee in Berlin-Charlottenburg