AUSZEICHNUNGEN ANDREA ZAUMSEIL
1987 Graduiertenstipendium des Landes Baden-Württemberg
1988 Stipendium Cité Internationale des Arts Paris
1989 Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1995 Förderpreis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
1996 Kunstpreis der Kreissparkasse Esslingen für Bildhauerzeichnung
1999 Stipendium des Künstlerinnenprogramms der Senatsverwaltung von Berlin
2000 Stipendium in der Casa Baldi, Olevano Romano
2015 Hans-Thoma-Preis geht an die renommierte Künstlerin und Professorin Andrea Zaumseil
Kunststaatssekretär Walter: Besonders ihre Skulpturen im öffent-lichen Raum sind von höchst eigenständiger Formensprache und innerer Kohärenz gekennzeichnet.
Der mit 10.000 Euro dotierte Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg wird im Jahr 2015 der Künstlerin und Professorin Andrea Zaumseil zuerkannt. Dies gab Kunststaatssekretär Jürgen Walter heute (6. November) in Stuttgart bekannt. Die Preisverleihung findet am 9. August 2015 in Bernau im Schwarzwald statt.
„Andrea Zaumseil vertritt eine starke künstlerische Position im öffentlichen Raum. Ihre Metallskulpturen sind geprägt von einer höchst eigenständigen Formensprache und innerer Kohärenz. Ihr Engagement als langjährige Hochschullehrerin und Initiatorin von Kunstprojekten mit Studierenden macht sie zu einer wichtigen Impulsgeberin für die aktuelle Kunst“, sagte Walter.
Die Jury überzeugt hat die versatile, langjährige Praxis der Künstlerin, die kontinuierlich und auf höchstem künstlerischen Niveau subtile und gleichzeitig einprägsame Werke schaffe. Besondere Erwähnung verdiene das Projekt „Die zerrissene Perlenkette“, das die Künstlerin im Jahre 2004 als Denkmal für das Flugzeugunglück am Bodensee realisiert hat. Zudem lobte die Jury das Engagement, mit dem Andrea Zaumseil sich in der Lehre einbringe, wodurch sie zukünftige Generationen von Künstlern präge.
Andrea Zaumseil wurde 1957 in Überlingen am Bodensee geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Konstanz nahm sie das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart auf. Es folgten zahlreiche Stipendien und Förderpreise. Seit 2003 lehrt sie als Professorin für Bildhauerei mit Schwerpunkt Metall an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Das Spektrum des künstlerischen Werks von Andrea Zaumseil reicht von großformatigen Pastellkreidezeichnungen über Plastiken bis hin zu monumentalen, ortsspezifischen Stahlarbeiten im öffentlichen Raum. Einem breiten Publikum wurden ihre Arbeiten durch zahlreiche Einzelpräsentationen und Gruppenausstellungen bekannt, wie zum Beispiel im Kunstmuseum Bonn, im Kunstmuseum Singen, in der Kunsthalle Mannheim, im Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach, in der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen und im Romantikzentrum Merseburg. Arbeiten im öffentlichen Raum sind neben dem Denkmal zum Flugunglück vom 1. Juli 2002 in Überlingen ihre Stahlarbeiten, zum Beispiel in Heidelberg für den Verfügungsbau Exzellente Forschung der Universität Heidelberg oder für das Konzerthaus in Freiburg.
Für 2015 entwickelt Andrea Zaumseil das von Studierenden der Kunstakademie Stuttgart begonnene Projekt „Experiment Landschaft – Kunst in Herrenwies“ am Rand des neuen Nationalparks Schwarzwald mit ihren Studenten fort. Ziel ist es, im ländlichen Raum eine Symbiose von Naturlandschaft und zeitgenössischer Kunst zu schaffen und damit das klassische Konzept eines Skulpturenweges zu erweitern. Diese Schaffung von Freiräumen ist für Andrea Zaumseil in der Lehre wie im eigenen Werk zentral: „Kunst beansprucht einen Freiraum, den es nicht gibt und den wir bestenfalls immer wieder neu erfinden durch unser Tun“.
Information für die Redaktionen:
Der Hans-Thoma-Preis wird als Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg alle zwei Jahre vergeben. Er wurde 1949 zu Ehren des Malers, Akademie- und Galeriedirektors Hans Thoma (1839 – 1924) gestiftet. Nach einer Neuausrichtung der Kunstpreise des Landes Baden-Württemberg wird der Hans-Thoma-Preis im Jahr 2015 zum zweiten Mal nach einer neuen Satzung verliehen. Während mit dem neu geschaffenen Oskar-Schlemmer-Preis international agierende bildende Künstlerinnen oder Künstler ausgezeichnet werden, deren Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst darstellt, wird mit dem bestehendem Hans-Thoma-Preis das künstlerische Lebenswerk gewürdigt. Weitere Voraussetzung ist, dass die Preisträger in Baden-Württemberg geboren sind oder einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens im Land haben.
Die vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg einberufene Jury unter dem Vorsitz von Staatssekretär Jürgen Walter setzte sich zusammen aus: Johan Holten (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden); Marli Hoppe-Ritter (Kunstmuseum Ritter, Waldenbuch); Dr. Ulrike Lorenz (Kunsthalle Mannheim); Prof. Dr. Pia Müller-Tamm (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe); Prof. Werner Pokorny (Hans-Thoma-Preisträger 2013). Rolf Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Bernau im Schwarzwald, hat mit beratender Stimme teilgenommen.
Der Hans-Thoma-Preis wird am Sonntag, 9. August 2015, um 10.30 Uhr in Bernau im Schwarzwald verliehen. Anlässlich der Preisverleihung organisiert die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden eine Präsentation im Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau, die ebenfalls am 9. August 2015 eröffnet wird. (Pressemitteilung MWK)